Aimo Brookmann – kennt Ihr nicht? Kennt Ihr doch. Wenn nicht schon vorher, jedenfalls dann, wenn Ihr in den letzten Jahren ein wenig meine musikalischen Wege mitverfolgt habt. Aimo Brookmann ist nämlich niemand anderes als der unter dem Namen “Taichi” bekanntgewordene Rapper aus Berlin. Nun ist es mit ihm so, dass er sich vielmehr als “Antirapper” versteht. Diesen “Beinamen” hat er sich schon vor längerer Zeit gegeben. Das “Anti” dabei ist schnell erklärt. Der im damals amerikanisierten Bezirk Berlin-Zehlendorf aufgewachsene und dort früh durch Hip Hop geprägte Aimo Brookmann liebt die Rapmusik. Klar davon abzugrenzen sind für ihn damit oft einhergehende Gangsterrap-Attitüden. Von denen hat er noch nie etwas gehalten. Sicher, das ein oder andere Mal hat er in seinen Tracks den Diss-Attacken anderer Rapper Paroli geboten (z.B. in seinem auf Aggro.tv zu sehenden HDF-Clip), grundsätzlich ist Aimo aber absolut “kein Freund von Beef” und seine “Musik hat mit dissen nichts zu tun”. Vielmehr ist der Sprechgesang für ihn eine Art Lebenskatalysator. So gewährt er seinen Zuhörern Einlass in seine Gefühls- und Gedankenwelt. Wofür seine Hater ihn immer wieder versuchen zu diskreditieren, lieben ihn wiederum seine Fans. Aimo Brookmann ist authentisch. Man glaubt ihm, wenn er über seine verlorene Liebe klagt, wenn er mit dem Sinn des Lebens hadert oder wenn er sich, wie jetzt, neu erfindet.

Aimo Brookmann_Pressefoto2

Fotograf: Philip Rohrbeck

Aimos Weg, weg von Taichi, war kein kurzer. Seine Entwicklung zu dem, was er sein wollte und nun erreicht hat, war ein langer Prozess auf der Suche nach sich selbst. So machte er sich beispielsweise im September 2012 auf, den Camino del Norte, den ältesten aller Pilgerwege in Spanien, der zum Apostelgrab des heiligen Jakobus führt1, zu gehen. Auch musikalisch gesehen, hat Aimo mehrere Etappen hinter sich. Sein letztes veröffentliches Album “Therapie” – damals noch als Taichi – erschien 2008 und diente klar als Meilenstein in seinem musikalischen Entwicklungsprozess. So konstatierte er selbst: “Mit diesem Album habe ich einen riesen Schritt gemacht. Nachdem ich mit Aussenseiter meinem Frust Luft gemacht und meine Position geklärt habe, ist Therapie ein sehr positives, buntes, aber nicht weniger deepes Album. Ich bin sehr stolz auf dieses Album!” Einen wesentlichen Umbruch im Zuge seiner musikalischen Neudefinition gelang ihm mit der Veröffentlichung der Trilogie aus den drei 2012 und 2013 erschienenen EPs, “Verblendung”, “Verdammnis” und “Vergebung”. Diese bilden den “Auftakt eines neuen Abschnitts in seiner musikalischen Entwicklung”, wie es auf der im neuen Gewand daherkommenden Website von Aimo Brookmann heißt. Demnach soll der Entwicklungsprozess Anfang des kommenden Jahres mit dem Release seines mittlerweile sechsten Albums “Schneckenhauseffekt” abgeschlossen sein. Als kleinen Vorgeschmack veröffentlichte der Berliner am 16. Oktober 2014 auf seinem YouTube-Kanal das Video zum Progressionstrack “Antirapper”. Auch das Video setzt sich – szenisch und dramaturgisch perfekt umgesetzt – mit der Veränderung des Rappers auseinander. Aimo, aka Taichi, wirkt erwachsener, klarer und fokussierter. Doch es wirft auch einige Fragen auf. Ein paar davon beantwortet er in seinem heute veröffentlichten YouTube-Video “Album Trailer (Ich danke Allen)”, das nicht zuletzt auch seine Motivation, die Musik zu machen, die er liebt, offenbart.

Was es mit dem “Schneckenhauseffekt” auf sich hat, warum Taichi gehen musste und was uns im kommenden Jahr musikalisch erwartet, hat mir Aimo Brookmann im Interview verraten. Das komplette Interview könnt Ihr schon bald hier auf dem Blog lesen!

1 http://www.jakobus-info.de/ultreia/spanien.htm

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