Von Jenka

Die Macht der Nacht. Wusste schon Westbam und hat deshalb gleich seine Biographie so genannt. Du gehst in eine (Retro-)Bar, die in der Ankündigung für diesen Abend mit „großer Tanzfläche, tanzbarer Musik und erfrischenden Getränken“ geworben hat. Dass die Größe der Tanzfläche nur eine Lüge sein kann, war schon vor Vertragsabschluss für diese Nacht klar. Selbst Pressemitteilungen, die inflationär mit dem Wort „innovativ“ um sich werfen, haben für gewöhnlich mehr Wahrheitsgehalt. Aber passt schon – wer zum Tanzen Platz möchte, gehe in eine schmierige Großraumdisse, wo die Bierkreise auf dem Boden zuverlässiger sind als die Jahresringe von Bäumen. Getränke – ebenfalls geschenkt, notfalls wird man da ja zu später Stunde auch gern mal anspruchsloser. Aber Musik. Gute Musik. Tanzbare Musik. Da sind Ausnahmen nicht erlaubt. Read More →

Es ist nun knapp einen Monat her, am 30.01.2015, da hat Aimo Brookmann sein lang angekündigtes, sechstes Albumrelease “Schneckenhauseffekt” im Rahmen eines kleinen Unplugged-Konzerts mit ausgewählten Gästen im Berliner Culture Container am Ostbahnhof vorgestellt und gefeiert. Trotz durch einen grippalen Infekt angeschlagener Stimme hat Aimo seinen Fans, die von überall aus Deutschland anreisten, nicht zu viel versprochen und mit seiner Live-Band eine Auswahl an Songs vom neuen Album performt. Für die meisten im Publikum war es die Premiere, einige wenige hatten via Amazon schon am Abend zuvor ihre bestellten Alben erhalten und reinhören können. Ich hatte mir ebenfalls auf der Zugfahrt von Braunschweig nach Berlin bereits einen kleinen Eindruck verschaffen und meinen Favoriten beim ersten Durchhören ausmachen können.

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Fotografie: Philip Rohrbeck

Fotografie: Philip Rohrbeck

Jahresendzeitstress. Davon kann Aimo Brookmann mit Blick auf die vergangenen Wochen ein Lied singen. Aber entgegen eines allseits bekannten Sprichwortes, verschiebt er das restliche „sich krass auftürmende Etwas“ auf das neue Jahr und flieht dafür in die Sonne. Ziel: Indonesien. Trotz Reisevorbereitungen, einem neuen Video-Release zu seinem Titeltrack „Schneckenhauseffekt“ und anderer unaufschiebbarer Aufgaben, hat sich Aimo vor seiner Abreise die Zeit und Muße für ein sehr ehrliches und nahes Interview genommen. Read More →

Aimo Brookmann – kennt Ihr nicht? Kennt Ihr doch. Wenn nicht schon vorher, jedenfalls dann, wenn Ihr in den letzten Jahren ein wenig meine musikalischen Wege mitverfolgt habt. Aimo Brookmann ist nämlich niemand anderes als der unter dem Namen “Taichi” bekanntgewordene Rapper aus Berlin. Nun ist es mit ihm so, dass er sich vielmehr als “Antirapper” versteht. Diesen “Beinamen” hat er sich schon vor längerer Zeit gegeben. Das “Anti” dabei ist schnell erklärt. Der im damals amerikanisierten Bezirk Berlin-Zehlendorf aufgewachsene und dort früh durch Hip Hop geprägte Aimo Brookmann liebt die Rapmusik. Klar davon abzugrenzen sind für ihn damit oft einhergehende Gangsterrap-Attitüden. Von denen hat er noch nie etwas gehalten. Sicher, das ein oder andere Mal hat er in seinen Tracks den Diss-Attacken anderer Rapper Paroli geboten (z.B. in seinem auf Aggro.tv zu sehenden HDF-Clip), grundsätzlich ist Aimo aber absolut “kein Freund von Beef” und seine “Musik hat mit dissen nichts zu tun”. Vielmehr ist der Sprechgesang für ihn eine Art Lebenskatalysator. Read More →

Christian Brecheis / Universal

Zufluchtsort, Rückzugsort, Schutzraum – wer kennt es nicht: alles, um Dich herum stresst einfach nur noch, mit jedem an Dich gerichtete Wort schwingt ein “muss”/”sofort”/”asap” mit und Du denkst Dir nur “bloß weg hier”. Der Alltag bannt Dich mit all seinen Aufgaben und Problemen und speziell an diesen Tagen, die ich meine, unterstreichen tiefhängend schwarze und regenverheißende Wolken auf überzogene Art und Weise Dein Seelenleben. Aber wohin, wenn der letzte Urlaub erst drei Wochen zurückliegt und Du gestern Abend mit der Tatort-Abspann-Musik das Wochenende hast ausläuten müssen? Read More →