Zufluchtsort, Rückzugsort, Schutzraum – wer kennt es nicht: alles, um Dich herum stresst einfach nur noch, mit jedem an Dich gerichtete Wort schwingt ein “muss”/”sofort”/”asap” mit und Du denkst Dir nur “bloß weg hier”. Der Alltag bannt Dich mit all seinen Aufgaben und Problemen und speziell an diesen Tagen, die ich meine, unterstreichen tiefhängend schwarze und regenverheißende Wolken auf überzogene Art und Weise Dein Seelenleben. Aber wohin, wenn der letzte Urlaub erst drei Wochen zurückliegt und Du gestern Abend mit der Tatort-Abspann-Musik das Wochenende hast ausläuten müssen? Der lange Zeit als Hipster-Rapper verkannte Düsseldorfer Olson, widmet mit “Mein kleines Hollywood” gleich einen ganzen Track zum besagten persönlichen Refugium. Dabei beschreibt er sein Leben – von der Kindheit bis hin zur Jugend – als Tristesse, die wie in einem Film à la Hollywood, in dem die Helden immer zuerst sterben, vom Drehbuch so vorgesehen ist. Die Sehnsucht nach mehr bleibt dabei ein immerwährender Wunsch, dem der Protagonist seinen Lebtag hinterherläuft. Um Reißaus zu nehmen baut sich Olson sein kleines Hollywood, in dem er mit seiner großen Liebe im Mietauto von Miami nach Paris fährt, sich filmreife Dramen abspielen und zum Happy End ein ganzes Feuerwerk abgefackelt wird. Und irgendwann wird er noch wer. Im echten Leben hat der aus einem Vorort von Düsseldorf stammende Rapper längst die Flucht nach vorne gewagt und in den letzten Jahren als Wahlberliner jede Menge neue Erfahrungen gemacht und damit neue Kapitel für sein kleines Hollywood geschrieben. Zu finden auf seinem Ende August 2014 erschienenen Album “Ballonherz”.

Photocredits: Christian Brecheis | Universal Music GmbH

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