Es liegt schon wieder gefühlte Ewigkeiten zurück, der Arbeitsalltag hat nicht lange auf sich warten lassen und fast dachte ich, ich hätte die Akkuladung aus Aalborg schon wieder aufgebraucht, aber beim Schreiben dieses Blogposts und dem Durchschauen der Urlaubsbilder kam wieder ganz viel Entspannungsgefühl in mir hoch. Für den zweiten Teil der “Jeg elsker Aalborg ♥”-Reihe nehme ich Euch auf einen Spaziergang durch das winterliche Aalborg mit. Wie im ersten Teil schon erwähnt, lag unsere gemütliche Ferienwohnung direkt im Herzen Aalborgs, unweit von der wunderbaren Einkaufs- und Flaniermeile entfernt. Was ich an dänischen Städten u.a. so liebe, sind die autofreien Fußgängerzonen mitten im Zentrum. Das macht jeden Schaufensterbummel zum entspannten Spaziergang (mit Kaufoption – lächel). Auf dem Weg zur und selbst auf der Flaniermeile durchstreift man die unfassbar pittoreske Altstadt Aalborgs mit ihren kleinen malerischen Häusern, bei denen selbst ich, die ich nicht gerade zu den Hochgewachsenen unter uns zähle, sich jedes mal fragt, wie man in diesen niedrigen Bauten stehen kann. Vor fast jedem der kleinen bunten Häuser steht eine Bank vor der mit Efeu berankten Vorderfront, die zum Hinsetzen und Entspannen einlädt. Überhaupt tickt die Uhr in Aalborg sehr viel langsamer, als anderswo (auch, wenn das natürlich ein immanent subjektiver Eindruck ist). Darum aber bleibt genug Zeit, um alle Eindrücke, die Aalborg einem vermittelt, aufzunehmen und zu verarbeiten. Große Warenhäuser, wie z.B. Friis oder Salling teilen sich mit einer Vielzahl an kleineren Läden das Zentrum. Neben Modeboutiquen trifft man in Dänemark allgemein vor allem auf Einrichtungsgeschäfte, in denen man seiner Leidenschaft nach skandinavischem Interiordesign aus ganzem Herzen frönen kann. Hier seien z.B. Inspiration, Imerco oder Kop og Kande genannt. Ich bin ein gebranntes Kind, denn schon vor 25 Jahren zogen meine Eltern mit meinem Bruder und mir durch diese Geschäfte. Und auch, wenn mir zur damaligen Zeit der Sinn für Arne Jacobsen Kannen und Co fehlten, hat sich dieses “Erbgut” in mir äußerst dominant verfestigt. Mein absoluter (und dann höre ich auch auf, weiter nur über Konsumstätten zu schreiben) Favorit unter den Geschäften ist Bahne. Denn hier findet sich alles – ob Fashion von Ganni, by Malene Birger und anderen dänischen Labels oder Interieur und Möbel, wie Hay Design und Normann Copenhagen, das Konzept bei Bahne überzeugt. Die ausgewählte und regionale Artikelpalette aus beiden Segmenten und die ansprechend Boutique-typische Warendekoration machen Bahne für mich zum perfekten Shoppingereignis.

Unweit der Shoppingmeilen und -malls befindet sich die neue “Havnefront” Aalborgs direkt am Limfjord. Hier wurden in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen geleistet und haben aus dem früheren Industrieviertel ein durch seine ausgezeichneten, modernen Industrie-Design-Bauten, in denen sich Gastronomie-, Kultur- und Sportangeboten wiederfinden, beliebtes Areal für Groß und Klein geschaffen. Neben dem auf dem Blog zu findenden Musikkens Hus, kommt man bei einem Spaziergang auf der extra nur für Fußgänger ausgewiesenen Hafenpromenade auch an dem Utzon Center vorbei. Das Architektur-, Design- und Kunstcenter wurde 2008 als erstes Kulturangebot an der florierenden Havenfront Aalborgs eingeweiht und huldigt dem in Aalborg aufgewachsenen und 2008 verstorbenen Architekten Jørn Utzon. Die Bauweise wurde vom dort einst betriebenen Schiffbau und der Industrie inspiriert. Das zentrale Kulturhaus “Nordkraft” beherbergt Theater, Kino, Veranstaltungsort und Sportangebote. In der Kunsthalle des Kulturhauses finden über das Jahr verteilt Ausstellungen des Zentrums für Kunstvermittlung in Nordjütland statt.
Der westliche Teil des Jomfru Ane Parks bietet neben wechselnden Märkten und Großveranstaltungen auch die Möglichkeit, sich auf dem perfekt ausgestatteten Sportplatz jeglichen Sportarten zu widmen. Auch Kinder kommen hier nicht zu kurz und können im speziell für sie angelegten Spiel- und Aufenthaltsbereich ungestört Kind sein. Der östliche Teil des Jomfru Ane Parks lädt mit seinem kleinen Stadtgarten zum Erholen und Sonnenbaden ein. In direkter Nachbarschaft des Parks liegt das Aalborg Havnebad. Das in den Limfjord integrierte Freibad fügt sich perfekt in die Umgebung ein und erinnert an das Berliner “Badeschiff”.
Kulinarisch kommt man an der Havnefront auf dem bis 1996 als Eisbrecher eingesetzten Restaurantschiff “Elbjørn“, beim Dinner auf Deck des alten Schulschiffs “Prinses Juliana” aus den Niederlanden oder im modernen Glaskubus befindlichen innovativen Restaurant “Fusion” auf seine Kosten. Die Havnefront endet an der großen Limfjordbrücke, die in die vor 1970 selbstständige Stadt und den heutigen Stadtteil Nørresundby führt.

Aalborg ist nach Kopenhagen, Aarhus und Odense die viertgrößte Stadt und obgleich ich schon unzählige Male dort war, entdecke ich immer wieder neue Seiten an dieser faszinierenden Kleinstmetropole (irgendwie ein Widerspruch in sich, aber genau das beschreibt es für mich ganz gut). So schafften wir es leider auch nicht, die wohl berühmteste Kneipenstraße Dänemarks, die Jomfru Ane Gade, aufzusuchen. Das steht für den nächsten Aalborgbesuch im Juni auf jeden Fall ganz oben auf der Liste.

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